Reisebusse = tickende Zeitbomben?
Unter der plakativen Überschrift „Tickende Zeitbomben aus dem Verkehr gezogen – Polizei zieht während der Ferien rund um Köln rollende Wracks aus dem Verkehr“ veröffentlicht der TÜV Rheinland heute eine Presseinformation über eine auf der A3 bei Siegburg stattgefundene Sicherheitskontrolle der Polizei, die zusammen mit dem TÜV durchgeführt wurde. Rund fünf Prozent der überprüften Fahrzeuge wurden aufgrund schwerer Mängel aus dem Verkehr genommen.
Leider macht der TÜV keinerlei Angaben über die Herkunft der beanstandeten Busse. Bei Kunden deutscher Reiseveranstalter kann so leicht der Eindruck entstehen, dass Busreisen generell eher unsicher seien. Die Anmerkung in der Presseinfo, dass „Busse insgesamt zu den sehr sicheren Verkehrsmitteln gehören“ würden, wird ja schnell überlesen (vor allem angesichts der dramatischen Überschrift). Ohne genauere Zahlen zu haben, liegt für mich die Vermutung nahe, dass es sich bei vielen der beanstandeten Reisebussen um Fahrzeuge aus dem (häufig osteuropäischen) Ausland handelt, da wohl jeder, der häufiger mal auf der Autobahn unterwegs ist, die altersschwachen Reisebusse mit osteuropäischen Kennzeichen in Erinnerung haben wird.
Interessant wäre auch eine Angabe, ob es sich um von Reisegruppen gecharterte Busse handelte, oder um Busse, die im Auftrag von Reiseveranstaltern unterwegs waren. Nach unserer Erfahrung bei buswelt.de liegt die Qualität der von den Veranstaltern eingesetzten Reisebusse nämlich durchweg auf ausgesprochen hohem Niveau. Bei den Befragungen unserer Kunden, die wir nach Rückkehr von Ihrer Reise um eine Qualitätsbewertung bitten, schnitt der Reisebus im vergangenen Monat mit einer Schulnote von durchschnittlich 1,96 durchaus gut ab. Nun haben vermutlich die wenigsten Reisenden die Fachkenntnis, um kleinere Mängel sicher erkennen zu können, aber, wie Hans-Ulrich Sander vom TÜV betont, bedarf es “keines großen technischen Verständnisses, beispielsweise abgefahrene Reifen mit zu wenig Profiltiefe zu erkennen. Oder Rostmängel an der Karosserie sowie Rostbeulen unter dem Lack. Auch mit Klebeband abgedeckte Karosserieteile sowie defekte oder gerissene Windschutzscheiben können leicht erkannt werden.” Derartige Mängel dürften wohl bei von deutschen Reiseveranstaltern eingesetzten Bussen die absolute Ausnahme sein. Schade daher, dass die Presseinfo so wenig differenziert, denn unter der Botschaft, dass viele Reisebusse unsicher seien, werden natürlich vor allem die inländischen Veranstalter leiden.
Letzte Kommentare