Busreisebranche in der Krise?

Pünktlich zur Leitmesse der deutschen Busreisebranche, dem RDA-Workshop in Köln, veröffentlichte der Internationale Bustouristik Verband (RDA) auf seiner Pressekonferenz aktuelle Zahlen zum Bustouristikmarkt in Deutschland.

Demnach würden derzeit rund 5.000 private Omnibusunternehmen am Markt agieren, von denen 40 Prozent weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigen. In 55 Prozent der Betriebe würden  Familienangehörige mitarbeiten. Insgesamt sind rund 170.000 Arbeitsplätze in Deutschland direkt abhängig von der Busreisebranche.

Von einer Krise der Busreisebranche weiß die Online-Ausgabe der WELT zu berichten: „Für viele Busunternehmer wird die Lage kritisch“. Demnach würde die Busreisebranche vom Trend zum preiswerten Urlaub in Deutschland kaum profitieren. Und RDA-Präsident Richard Eberhardt befürchtet gar, dass am Jahresende unter dem Strich ein Minus stehen wird. Im ersten Halbjahr 2009 sei die Nachfrage nach Busreisen jedoch stabil gewesen. Doch mit einem Aufschwung im Herbst rechnet Eberhardt nicht. Denn bei den Zweit- und Drittreisen, die traditionell gerne mit dem Bus unternommen werden, würde in diesem Jahr besonders gespart werden. Die Lage in der Branche sei durch hohe Dieselpreise der vergangenen beiden Jahre eh schon kritisch. Eberhardt: „Nun versuchen die Unternehmen durch Rationalisierungen und den Aufschub von Investitionen die angespannte Lage zu meistern“, sagt Eberhardt. Einer Verbandsumfrage zufolge plant ein Drittel der Unternehmen, in diesem Jahr auf Investitionen – in umweltfreundlichere Busse etwa – zu verzichten. Und dass, so die WELT, obwohl die Umweltzonen in vielen Städten eine Umrüstung der Busflotte notwendig machen würde.

Mittlerweile zählt der RDA noch etwa 5.000 Busunternehmen in ganz Deutschland, die meisten davon sind Familienbetriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern. Vor gerade einmal fünf Jahren waren es noch über 6000 Anbieter.

Eberhardt setzt langfristig auf den demografischen Wandel, da vor allem Reisende oberhalb von 60 Jahren besonders gerne mit dem Bus verreisen würden. Fraglich, ob diese Hoffnung aufgeht, denn während die heutige Seniorengeneration noch ohne Billigflieger und Internet-Preisvergleiche aufgewachsen ist, werden die Senioren von morgen wohl eher die Reisegewohnheiten der heute Jüngeren verinnerlicht haben. Und da steht der Bus eben nicht unbedingt ganz oben in der Liste der beliebtesten Verkehrsmittel.

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